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Die schwindelerregendsten Klettersteige der Schweiz

Hier gehört der Abgrund zum Weg dazu.

Manche Klettersteige wählt man wegen ihres Panoramas, andere wegen ihrer Familientauglichkeit, wieder andere wegen ihrer Technizität. Dieser Guide konzentriert sich auf ein genaues Kriterium, das sich von allen anderen unterscheidet: das Schwindelgefühl. Die Wege, die hier versammelt sind, sind nicht zwingend die schwierigsten oder die längsten der Schweiz, sondern jene, bei denen der Blick, während er seine Griffe sucht, immer wieder nach unten abtaucht, und bei denen dieser Abtauch Teil der Erfahrung ist.

Via Ferrata Gemmi Daubenhorn

Via Ferrata Gemmi Daubenhorn

Am längsten Klettersteig der Schweiz begleitet der Abgrund nicht nur den Aufstieg - er strukturiert ihn. Eine markante Passage lässt den Kletterer aus einer Höhle aussteigen, mitten in einer leicht überhängenden Wand, mit mehreren hundert Metern Luft unter den Füssen, genau in dem Moment, in dem man sich mit Metallsteigbügeln auf sicheres Terrain hochziehen muss. Berichte von Praktizierenden sprechen von einer "halluzinanten Stimmung", in der sich der Abgrund im Verlauf des Aufstiegs in einem riesigen Felsdiedra vertieft. Hier verschwindet das Schwindelgefühl nie wirklich - es begleitet jeden Meter Seil bis zum Gipfel.

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Via Ferrata de Mürren

Via Ferrata de Mürren

Über dem Lauterbrunnental exponiert dieser absteigende Weg an manchen Stellen über 700 Meter Abgrund unter den Füssen - eine der beeindruckendsten Expositionen der Schweiz, in einer Kulisse von Felswänden, die direkt zum Talboden hin abstürzen. Im Gegensatz zu vielen Klettersteigen, bei denen sich der Abgrund progressiv erschliesst, ist er hier schon ab den ersten Schritten präsent, mit dem gesamten Tal als überdimensionale Kulisse für jeden Schritt.

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Via Farinetta 3

Via Farinetta 3

In den tief eingeschnittenen Schluchten der Salentse beginnt die Via Farinetta stark: eine sehr schwindelerregende nepalesische Brücke, die merklich schwankt, empfängt den Kletterer schon nach den ersten Metern - kaum eingehängt, muss man sich schon mit der Bewegung der Brücke ebenso wie mit dem Abgrund über dem Rauschen des Flusses darunter auseinandersetzen. Der dritte Teil des Wegs, vorbehalten den Erfahrensten, reiht sehr überhängende Passagen aneinander, bei denen jede Sprosse weiter entfernt ist als die vorige - in einer Stimmung, die Praktizierende einheitlich als schwindelerregend beschreiben - das Murmeln des Flusses, der die Schlucht darunter formt, verstärkt noch die Immersion.

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Via Ferrata Pinut

Via Ferrata Pinut

Der älteste Klettersteig der Schweiz hat nichts von seiner Wirkung verloren: manche Passagen exponieren etwa 600 Meter Abgrund, eine Tiefe, die für einen sonst als familientauglich und anfängerfreundlich geltenden Weg ungewöhnlich ist. Genau dieser Kontrast überrascht am häufigsten die am wenigsten erfahrenen Kletterer - ein insgesamt wenig technischer Weg, aber mit einem Abgrund unter den Füssen, der selbst keinen Kompromiss macht.

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Via Ferrata Rocher de Naye

Via Ferrata Rocher de Naye

Schon ab den ersten Metern stellt eine senkrechte Rippe von 50 Metern den Kletterer direkt vor den Abgrund, ohne progressive Anpassungsphase. Dieser ehrliche Anfang gibt den Ton an für einen Weg, bei dem die Exposition konstant bleibt, bis zur hängenden Affenbrücke, die vor der Ruhehöhle kommt - einer der wenigen Momente des Wegs, an dem man verschnaufen kann, ohne dass der Blick von der Tiefe unter den Füssen gefangen wird.

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Das Schwindelgefühl wird nicht bei jedem gleich gemanagt, und es kann sogar bei technisch versierten Kletterern auftauchen. Wenn sich vor dem Abgrund ein Unwohlsein einstellt, hilft Anhalten, Atmen und die Konzentration auf die unmittelbaren Anschlagpunkte viel mehr als das Zwingen des Blicks nach unten.

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