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Wie Sie sich für einen Klettersteig richtig ausrüsten

Mehr als nur Ausrüstung - Ihre Lebensversicherung.

Jedes Jahr kommen Anfänger am Fuss eines Klettersteigs an mit Ausrüstung, die schnell gemietet wurde, ohne wirklich zu wissen, was jedes Teil konkret für sie tut - einfach "das komplette Kit", abgehakt wie eine Verwaltungs-Checkbox. Das Problem ist, dass manche Teile dieser Ausrüstung keine Improvisation verzeihen, während andere, die als optional dargestellt werden, den Komfort und die Sicherheit einer ganzen Tour wirklich verändern. Zu verstehen, wozu jedes Teil dient, verhindert böse Überraschungen - und manchmal schwere Unfälle.

Obligatorische Ausrüstung

Am Klettersteig ist spezifische technische Ausrüstung erforderlich. Kein einziges Teil davon ist optional.

Klettergurt

Gurt zugelassen nach EN 12277 (Typ C). Muss korrekt angelegt und in einwandfreiem Zustand sein. Alle 10 Jahre oder nach einem grossen Sturz ersetzen.

Helm

Kletterhelm zugelassen nach EN 12492. Schützt vor Steinschlag und Aufprall beim Sturz.

Klettersteig-Bandschlinge

Y-förmige Bandschlinge mit zwei Energieabsorbern, zugelassen nach EN 958. Immer eingehängt bleiben - nie beide Karabiner gleichzeitig öffnen.

Handschuhe

Kletterhandschuhe schützen die Hände beim Gleiten am Seil und verbessern den Griff.

Geeignete Schuhe

Wanderschuhe mit steifer Sohle oder Kletterschuhe. Unerlässlich für guten Halt am Fels.

Wasser und Verpflegung

Mindestens 1,5 L Wasser pro Person je nach Dauer. Die Belastung am Klettersteig ist intensiv und Dehydration kann schnell eintreten.

Die Irrtümer, die Probleme verursachen

"Eine Bandschlinge oder eine klassische Kletter-Longe kann aushelfen" - falsch, und das ist die eigentliche Falle. Die Longe verzeiht keine Improvisation. Die Klettersteig-Longe ist Y-förmig, mit zwei Energieabsorbern zugelassen nach EN 958, konstruiert um den Stoss eines Sturzes an einem fixen Seil abzubauen. Eine klassische Bandschlinge, eine Kletter-Longe ohne Absorber, oder noch schlimmer eine improvisierte Expressschlinge, absorbiert nichts: selbst ein kurzer Sturz kann dem Körper eine Kraft übertragen, die weit über das hinausgeht, was diese Systeme eigentlich aufnehmen sollen - mit dem Risiko einer schweren Verletzung.

"Handschuhe sind nur für den Komfort" - in Wirklichkeit schützen sie die Hände beim Gleiten am Seil und verbessern deutlich den Griff, besonders bei nassen Passagen oder bei Kälte.

"Meine Wanderschuhe reichen sicher aus" - das hängt vor allem von der Sohle ab. Am Klettersteig geht und klettert man oft über vorstehenden Fels oder Metallsprossen, deren Zustand - je nach Alter mehr oder weniger gut - von Weg zu Weg stark variiert. Ein Schuh mit steifer Sohle bietet unter diesen Bedingungen einen viel zuverlässigeren Halt als ein weicher Wanderschuh, der sich verformt und den präzisen Kontakt verliert, den man an einem schmalen oder abgenutzten Griff braucht.

Die Seilbahn - eine Ausrüstung für sich

Manche Schweizer Klettersteige verfügen über eine Seilbahn (Tyrolienne) - und das ist eine Ausrüstung, die nicht immer im Basis-Kit enthalten ist. Man braucht eine eigene Rolle (etwa 5 CHF Aufpreis bei der Miete, 70 bis 100 CHF beim Neukauf), aber nie allein: sie muss unbedingt mit einem reglementierten Karabiner und einer Sicherheits-Bandschlinge kombiniert werden. Wenn die geplante Route eine Seilbahn hat, prüfen Sie vorher, ob Ihr gemietetes oder gekauftes Kit sie tatsächlich enthält - das ist nicht immer automatisch der Fall.

Achtung : manche Klettersteige verfügen bereits über eine fest installierte Rolle vor Ort, manchmal eine gebremste Rolle, die speziell für diese Seilbahn konstruiert wurde. In diesem Fall muss diese Rolle verwendet werden - und nicht die eigene - aus Sicherheitsgründen: sie ist auf die Geschwindigkeit, Länge und genaue Neigung der Installation kalibriert. Informieren Sie sich auf dem Datenblatt des Klettersteigs oder vor Ort, bevor Sie loslegen.

Die Kuhschwanz-Schlinge, auch nützlich ohne Seilbahn

Die Kuhschwanz-Schlinge - eine kurze Sicherheitsschlinge, unabhängig von der Hauptlonge - erlaubt es, sich punktuell am Seil zu verankern, um während der Tour eine Pause zu machen, ohne nur auf die Longe angewiesen zu sein. Nützlich, um an einer exponierten Stelle zu verschnaufen, eine schnellere Gruppe vorbeizulassen, oder sich einfach zu stabilisieren, während man etwas trinkt. Rechnen Sie mit etwa 10 bis 20 CHF beim Neukauf - eine bescheidene Investition für einen echten Gewinn an Komfort und Sicherheit.

Was man oft vergisst: Wasser und Verpflegung

Rechnen Sie mit mindestens 1,5 Liter Wasser pro Person je nach Dauer der Tour. Die Anstrengung am Klettersteig ist intensiv - viel mehr als eine klassische Wanderung gleicher Dauer - und Dehydration kann schneller eintreten als man denkt, besonders bei voller Sonne an einer exponierten Wand.

Kaufen oder mieten?

Sie probieren die Aktivität aus - die Miete ist genau dafür gemacht: rechnen Sie mit 15 bis 25 CHF pro Tag für ein komplettes Kit (Gurt, Helm, Longe), erhältlich in den meisten Tourismusbüros und Sportgeschäften in der Nähe von Klettersteigen.

Sie planen regelmässig zu üben - der Kauf wird schnell sinnvoller: ein neues Einstiegs-Kit findet man für etwa 200 CHF. Für ein höherwertiges Kit müssen Sie mit etwa 400 CHF oder mehr rechnen. Das Kit umfasst die obligatorische Ausrüstung, nicht zwingend die ideale Ausrüstung für einen erfahrenen Klettersteig-Geher - die Kuhschwanz-Schlinge und die Rolle kommen z.B. oft separat dazu.

Nach einem Sturz ist es unerlässlich, seine Ausrüstung kontrollieren zu lassen - besonders die Longe - und sie bei Bedarf zu ersetzen. Eine Longe, deren Absorber bereits beansprucht wurde, ist kaum nützlicher als eine einfache Schnur: sie muss ersetzt werden, selbst wenn nichts sichtbar beschädigt scheint. Kontrollieren Sie auch die Lebensdauer der gesamten Ausrüstung gemäss den Herstellerempfehlungen, die auf der Anleitung stehen oder auf dem Material eingraviert sind.

Sie wissen jetzt, wozu jedes Teil Ihrer Ausrüstung dient, und warum die Bandschlinge oder die Schuhe keine Improvisation verzeihen. Jetzt gilt es zu verstehen, was eine Bewertung wirklich über die Schwierigkeit eines Weges aussagt.

Die Klettersteig-Bewertungen verstehen